Netiquette – eine Fortsetzung

Auch bei E-Mails gelten bestimmte Regeln der Netiquette.

Veröffentlicht am 7. September 2023

Lesezeit ca. 6 Minuten

Die Netiquette umfasst eine Reihe von Verhaltensregeln und Grundsätzen, die in der Online-Kommunikation befolgt werden sollten, um ein respektvolles, effektives und angenehmes Miteinander zu fördern.

Fassen wir hier einige wichtige Aspekte zusammen, die generell zur Netiquette auf Online-Plattformen gehören:

1. Höflichkeit

Behandeln Sie andere online genauso höflich wie im realen Leben. Verwenden Sie bitte „bitte“ und „danke“ und vermeiden Sie grobe oder beleidigende Sprache.

2. Respekt

Respektieren Sie die Meinungen und Überzeugungen anderer, selbst wenn Sie anderer Meinung sind. Beleidigungen, Diffamierungen und Diskriminierung sind inakzeptabel.

3. Privatsphäre

Respektieren Sie die Privatsphäre anderer. Veröffentlichen Sie keine persönlichen Informationen ohne Einwilligung und seien Sie vorsichtig mit dem Teilen sensibler Daten.

4. Rechtschreibung und Grammatik

Bemühen Sie sich um klare und verständliche Kommunikation. Verwenden Sie eine angemessene Rechtschreibung und Grammatik.

5. Konstruktive Kritik

Wenn Sie Kritik äußern, tun Sie dies konstruktiv und höflich. Statt zu kritisieren, sollten Sie Lösungsvorschläge anbieten.

6. Themenbezogenheit

Halten Sie sich in Online-Diskussionen an das Thema. Vermeiden Sie Off-Topic-Beiträge, die vom eigentlichen Thema ablenken.

7. Spam vermeiden

Veröffentlichen Sie keine wiederholten oder sinnlosen Beiträge. Werbung und Spam sind in den meisten Online-Communities unerwünscht.

8. Trolle ignorieren

Reagieren Sie nicht auf Provokationen von Internet-Trollen. Ignorieren Sie sie stattdessen oder melden Sie sie den Moderatoren.

9. Quellen überprüfen

Bevor Sie Informationen teilen, überprüfen Sie deren Richtigkeit. Falschinformationen können sich schnell verbreiten.

10. Richtlinien der Plattform beachten

Jede Online-Plattform hat ihre eigenen Regeln und Richtlinien. Beachten Sie diese, um das Konto nicht zu sperren oder aus der Community ausgeschlossen zu werden.

11. Respektieren Sie Urheberrechte

Veröffentlichen Sie keine urheberrechtlich geschützten Inhalte ohne Erlaubnis. Geben Sie immer an, wenn Sie Inhalte von anderen verwenden.

12. Geduld und Verständnis

Manchmal gibt es Sprachbarrieren oder Missverständnisse in der Online-Kommunikation. Seien Sie geduldig und versuchen Sie, Missverständnisse zu klären, bevor Sie urteilen.

13. Übermäßigen Gebrauch von Großbuchstaben vermeiden

Schreiben in Großbuchstaben wird oft als Schreien interpretiert. Verwenden Sie sie sparsam.

Die Netiquette kann von Plattform zu Plattform leicht variieren, aber die oben genannten Grundsätze gelten in der Regel für die meisten Online-Kommunikationssituationen. Beachten Sie sie, um eine respektvolle und angenehme Online-Umgebung für alle zu schaffen.

Im letzten Artikel befasste ich mich mit Diffamierungen und Möglichkeitn, mit solchen umzugehen. Gerade solche Situationen können rasch aus dem Ruder laufen und einzelnen Personen extrem schaden. Diese Phänomene kennen wir bereits aus den Kreisen der Boulevard-Medien oder – wie sie z.B. in Großbritannien genannt werden – der „Yellow Press“.

Schlecht bis gar nicht recherchierte Artikel sind rasch ein gewaltiger Imageschaden für den oder die Betroffene(n). Ein Widerruf lässt meist lange auf sich warten und wird häufig irgendwo im Blattinneren veröffentlicht. Doch diese „Genugtuung“ erfolgt für das Opfer meist zu spät und kann den angerichteten Schaden nicht mehr aus der Welt schaffen.

Soweit einmal mit öffentlich zugänglichen Informationen. Was aber passiert in einem geschützeren Raum, wie z.B. bei digitaler Kommunikation, wie z.B. E-Mails?  Hier haben wir eine durchaus persönliche Ebene, auf der kommuniziert wir. Wir schreiben jemanden persönlich an, Nachrichten sind also direkt an eine besstimmte Person adressiert.

Wir können auch hier ein großes Potential an Fehlerquellen erkennen, die, wie auf Online-Plattformen, Menschen verletzen, beleidigen oder auch anders schädigen können.

Werfen wir also einen Blick auf grundlegende Netiquette bei E-Mails, die eine Reihe von Verhaltensregeln und bewährten Praktiken enthält, welche dazu beitragen, dass E-Mail-Kommunikation effektiv, respektvoll und auch wertschätzend erfolgen kann.

1. Betreffzeile

Verwenden Sie eine klare und präzise Betreffzeile, die den Inhalt Ihrer E-Mail zusammenfasst. Dies erleichtert es dem Empfänger, Ihre E-Mail schnell zu verstehen und zu kategorisieren.

2. Anrede

Beginnen Sie Ihre E-Mail mit einer höflichen Anrede, wie „Sehr geehrte/r [Name]“ oder einer anderen angemessenen Anrede, abhängig von der Beziehung zum Empfänger.

3. Höflichkeit und Respekt

Seien Sie höflich und respektvoll in Ihrer E-Mail-Kommunikation, genauso wie Sie es in persönlichen Gesprächen tun würden. Vermeiden Sie beleidigende oder aggressive Sprache.

4. Klarheit und Präzision

Schreiben Sie klare und präzise Sätze. Vermeiden Sie lange, verschachtelte Sätze und Fachjargon, es sei denn, Sie sind sicher, dass der Empfänger diese verstehen wird.

5. Rechtschreibung und Grammatik

Achten Sie auf die Rechtschreibung und Grammatik Ihrer E-Mails. Fehler können unprofessionell wirken und die Kommunikation erschweren.

6. Antwortzeit

Bemühen Sie sich, E-Mails in angemessener Zeit zu beantworten. Wenn Sie mehr Zeit benötigen, um auf eine E-Mail zu antworten, lassen Sie den Absender dies wissen.

7. E-Mail-Signatur

Verwenden Sie eine E-Mail-Signatur am Ende Ihrer Nachricht, um Ihren Namen, Ihre Kontaktinformationen und gegebenenfalls berufliche Titel oder Abteilungen anzugeben.

8. Anhänge

Wenn Sie Anhänge senden, stellen Sie sicher, dass sie relevant sind und nicht zu groß sind. Sie können auch einen Hinweis in der E-Mail auf die Anhänge setzen.

9. Vertraulichkeit

Achten Sie darauf, vertrauliche Informationen nicht in E-Mails preiszugeben, es sei denn, Sie haben geeignete Sicherheitsmaßnahmen getroffen, um die Informationen zu schützen.

10. Vorsicht bei Weiterleitungen und CC

Denken Sie sorgfältig darüber nach, wen Sie in CC setzen oder E-Mails weiterleiten. Respektieren Sie die Privatsphäre und die Präferenzen der Empfänger.

11. Abmeldung von E-Mail-Verteilern

Wenn Sie nicht länger an E-Mail-Verteilern oder Newslettern interessiert sind, verwenden Sie die vorgesehenen Abmeldefunktionen, anstatt die E-Mails zu ignorieren oder als Spam zu melden.

12. E-Mail-Etikette in beruflichen Kontexten

In geschäftlichen E-Mails ist es besonders wichtig, formell und professionell zu sein. Beachten Sie die Unternehmensrichtlinien und die Erwartungen Ihres Arbeitsplatzes.

13. Respektieren Sie die Zeit des Empfängers

Senden Sie E-Mails zu angemessenen Zeiten und vermeiden Sie das Versenden von E-Mails spät abends oder früh morgens, es sei denn, Sie wissen, dass der Empfänger zu dieser Zeit erreichbar ist.

Grundlegend gilt bei elektronischer Post ein ähnlicher Maßstab, der bei klassischen Briefen anzuwenden ist. Wir haben allerdings fast schon verlernt, wie ein solcher Brief zu schreiben ist, bzw. welche Regeln dafür gelten. Die Kommunikation auf elektronischem Weg hat außerdem dazu beigetragen, dass sich weltweit die gesprochenen und geschriebenen Sprachen stark verändert haben. Kurze Codes sind in aufeinanderfolgenden Buchstabenfolgen schon aus Zeiten der damals beliebten SMS bekannt.

Hier sind einige gängige Abkürzungen:

1. LOL – Laugh Out Loud (Laut lachen)
2. BRB – Be Right Back (Bin gleich zurück)
3. OMG – Oh My God (Oh mein Gott)
4. IDK – I Don’t Know (Ich weiß nicht)
5. TMI – Too Much Information (Zu viele Informationen)
6. IMO – In My Opinion (Meiner Meinung nach)
7. BTW – By The Way (Übrigens)
8. ASAP – As Soon As Possible (So bald wie möglich)
9. THX – Thanks (Danke)
10. CU – See You (Bis bald)
11. BFF – Best Friends Forever (Beste Freunde für immer)
12. TTYL – Talk To You Later (Wir sprechen später)
13. FYI – For Your Information (Zur Info)
14. 2nite – Tonight (Heute Abend)
15. GR8 – Great (Großartig)
16. HBU – How about You (Wie siht es bei Dir aus?)

Solche Abkürzungen können in Nachrichten verwendet werden, um die Kommunikation zu vereinfachen und Texte zu verkürzen. Bitte beachten Sie jedoch, dass nicht jeder alle Abkürzungen versteht, insbesondere wenn es sich um weniger gebräuchliche handelt. Verwenden Sie sie daher in angemessenen Kontexten und nur, wenn Sie sicher sind, dass Ihr Gesprächspartner die Bedeutung versteht.

Hier ist ein kurzer Beispieltext mit Abkürzungen:

„Hey, Alta! 🤷‍♂️ HBU? BTW, 2nite bei McD? TTYL! 😎“

Viel Spaß beim decodieren…

Das Verwenden von sog. Emojis sollte ausschließlich bei kurzen Textnachrichten bleiben. In einer E-Mail-Korrespondenz – vor allem geschäftlich – haben diese Symbole absolut nichts verloren.

Die Einhaltung dieser Netiquette-Grundsätze kann also dazu beitragen, dass Ihre E-Mail-Kommunikation reibungslos verläuft und positive Beziehungen zu Kollegen, Geschäftspartnern und anderen Kontakten aufrechterhalten werden.

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